tarot

Tarotkarten begleiten Menschen seit Jahrhunderten als Projektionsflächen für Fragen, Hoffnungen, Ängste und Entscheidungen. Mich interessiert dabei weniger die Vorstellung, mit ihnen die Zukunft vorherzusagen, als ihre starke Bildsprache und die Möglichkeit, innere Zustände sichtbar zu machen.

In dieser Serie treffen historische Tarotmotive auf alte Papiere und Fundstücke – Postkarten, Formulare, Rechnungen, handschriftliche Notizen und andere Spuren vergangener Leben. Darüber liegen transparente Papierschichten, Zeichnungen und rote Markierungen. Altes bleibt sichtbar, anderes wird verdeckt oder scheint nur noch durch. Die Auswahl der Karten ist nicht beliebig. Jede von ihnen steht für eine Frage, eine Stimmung oder einen Gedanken, der mich zu einem bestimmten Zeitpunkt beschäftigt hat. Der Tarot wird damit für mich weniger zum Orakel als zu einer Sprache – und zu einer Möglichkeit, etwas sichtbar zu machen, für das Worte manchmal nicht ausreichen.